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Selbstständiger Nebenerwerb - Vorteile und Nachteile

  

Kinder sind ein Segen – absolut. Aber sie sind auch sehr anstrengend. Und zwar nicht nur wegen der unruhigen Nächte und der vielen Arbeit. Sondern, weil ich in der Kleinkindphase mich selber etwas verloren hatte. Ich hatte keine Zeit für eigene Gedanken, Hobbies, Toilettengänge, freie Zeit… Immer war ich mental und physisch mit meinen Kindern verbunden.

Dieser Dauer-Zustand hat dazu geführt, dass ich mich entschieden habe, etwas für mich zu tun. Mich mit etwas zu beschäftigen, das nicht mit Windeln und Baby-Brei zu tun hat. Meine Lösung: ich mache mich als Virtuelle Assistentin selbständig!

 

Ein Selbstständiger Nebenerwerb bedeutet eigentlich, neben der haupt-(beruflichen) Beschäftigung oder dem Studium einer weiteren Tätigkeit nachzugehen und damit eine (zusätzliche) Einnahmequelle zu generieren. In meinem Fall also neben der hauptsächlichen Kinderbetreuung eine Tätigkeit aufzubauen, die Einnahmen generiert.

 

Auf der einen Seite ist das eigene Unternehmertum sehr befriedigend, auf der anderen Seite gilt es bei einer selbstständigen Tätigkeit viel Verantwortung und Selbstdisziplin an den Tag zu legen. Wobei, als Vollzeit-Mama ist man ja eigentlich Verantwortungs-Profi.

 

Im Folgenden zeige ich auf, mit welchen Vor- und Nachteilen eine selbstständige Nebenbeschäftigung verbunden ist. Dies sowohl aus Sicht einer hauptberuflichen Mama, wie auch aus der Perspektive eines hauptberuflichen Angestellten.



Welche Vorteile bringt eine selbständige Tätigkeit mit sich?

  

Selbständig erwerbend tätig zu sein, kann viele Vorteile mit sich bringen. Der selbständig Tätige wird kreativ tätig und generiert einen Zusatzverdienst. Dies verschafft ihm eine zusätzliche finanzielle Freiheit, da er sich Dinge leisten kann, welche ohne die Nebenbeschäftigung nicht möglich gewesen wären. Daneben ergeben sich noch weitere Vorteile, wenn man nebenberuflich selbständig tätig ist:

 

Für die Praxis lernen

In erster Linie kann eine Nebentätigkeit z.B. Praxiserfahrung bringen. Ist das Studium abgeschlossen, können diese Nebentätigkeiten bei Bewerbungen als zusätzliche Qualifikationen aufgeführt werden.

 

Lücken im Lebenslauf werden vermieden 

Ein Studierender, oder eine Vollzeit-Mama, die sich im Nebenerwerb Geld dazu verdienen, profitieren von einem weiteren Vorteil. Selbst wenn die selbständige Tätigkeit keinen wirtschaftlichen Erfolg bringt, sollte die Tätigkeit bei späteren Bewerbungen erwähnt werden. Ein Personalchef erkennt das Engagement und bemerkt, dass keine Lücken im Lebenslauf vorhanden sind.

 

Finanzielle Absicherung durch die Haupttätigkeit 

Eine selbständige Tätigkeit als Ergänzung zum Hauptberuf hat gegenüber einem reinen Nebenerwerb einen sehr großen Vorteil. Wer sich komplett selbständig macht und auf eigenen Füssen steht, geht ein finanzielles Risiko ein. Die Beiträge zur Sozialversicherung muss der Selbständige alleine tragen. Wird er krank oder gönnt er sich eine Woche Urlaub, verdient der selbständig Tätige keinen Rappen. Um diese Probleme braucht sich ein Arbeitnehmer mit einer selbständigen Tätigkeit in einer Nebenbeschäftigung nicht zu sorgen. Der Arbeitgeber leistet seinen Beitrag zur Sozialversicherung. Der Arbeitnehmer ist im Krankheitsfall abgesichert. Auf seinen Urlaub braucht er auch nicht zu verzichten.

Glücklich sind die Unternehmer, deren Partner das Haupteinkommen generieren. So bleibt das finanzielle Risiko überschaubar.

 

Der selbständig Tätige arbeitet allein für sich

Die Einnahmen, die ein selbständig Tätiger verdient, kann er sich – abgesehen von den Steuer- und Sozialversicherungsbeiträgen – in die eigene Tasche stecken. Ein selbständig Tätiger braucht keine Gehaltsverhandlungen zu führen. Die Preise für seine Tätigkeit oder seine Produkte werden von ihm selber festgelegt.





Mit welchen Nachteilen ist eine selbständige Tätigkeit verbunden?

 

Den Vorteilen einer selbständigen Tätigkeit stehen einige Nachteile gegenüber, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Gesetzlich spricht nichts dagegen, neben dem Hauptberuf eine Nebenbeschäftigung aufzunehmen. Allerdings ergeben sich aus dem mit dem Hauptarbeitgeber geschlossenen Arbeitsvertrag Pflichten für den Arbeitnehmer. Diese sind zu beachten, wenn eine Nebentätigkeit neben einem Hauptberuf aufgenommen wird:

 

Die Treuepflicht und das Konkurrenzverbot

Die Treuepflicht des Arbeitnehmers ist im Obligationsrecht (OR) geregelt. OR 321a Satz 3 regelt, dass ein Arbeitnehmer keine Arbeit gegen Entlohnung für einen Dritten oder in selbständiger Tätigkeit ausüben darf. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um eine zu seinem Arbeitgeber konkurrierende Tätigkeit handelt oder dieser einem Reputationsrisiko ausgesetzt wird. Handelt ein Arbeitnehmer gegen diese Vorschrift, steht dem Arbeitgeber das Recht zu, ihn fristlos zu kündigen. Um jedem Ärger aus dem Weg zu gehen, sollte der Arbeitnehmer vor Aufnahme der selbständigen Nebenbeschäftigung eine schriftliche Genehmigung des Arbeitgebers einholen.

 

Nebenverdienst muss versteuert werden

Bei einer steuerlichen Nebentätigkeit wird der Verdienst besteuert. Die Einnahmen gelten aus steuerlicher Sicht als Einkommen aus einer selbständigen Nebentätigkeit. Es ist ebenso steuerpflichtig wie das Einkommen aus einer unselbständigen Nebentätigkeit. Die vereinnahmten Gelder müssen an separater Stelle in der Steuererklärung aufgeführt werden. Bei einer Einzelfirma werden sowohl Gewinn als auch Verlust in der Steuererklärung ausgewiesen und haben Steuern-wirksame Folgen.

 

Überschreiten die Einnahmen aus der Tätigkeit den Betrag von 100.000 Franken, handelt es sich um mehrwertsteuerpflichtige Leistungen. Dies bedeutet, die Nebenbeschäftigung muss für die Zwecke der Mehrwertsteuer angemeldet werden. Und falls der Nebenerwerb eine Einzelfirma ist, muss sie ab diesem Betrag auch im Handelsverzeichnis eingetragen werden.

 

Bei Aufnahme der selbständigen Tätigkeit ist es sinnvoll, die privaten und die geschäftlichen Einnahmen voneinander zu trennen. Es empfiehlt sich, für die geschäftlichen Einnahmen und Ausgaben ein eigenständiges Konto zu führen.

 

Meldung bei der Sozialversicherungsanstalt

Ein selbständig Erwerbender ist dazu verpflichtet, die Einnahmen bei der Ausgleichskasse der Gemeinde, zu melden. Eine Ausnahme besteht, wenn die jährlichen Einnahmen aus dieser Beschäftigung unter 2.300 Franken liegen. Für die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge ist der selbständig Tätige eigenverantwortlich zuständig. Im Krankheitsfall bekommt er den Verdienstausfall von niemandem ersetzt, ausser er schliesst eine Krankentaggeldversicherung ab. Diese kann über die Krankenkasse abgeschlossen werden.

 

Sobald die Meldung bei der Ausgleichskasse eingegangen ist, werden Akontozahlungen fällig.

 

Zeitliche Einschränkung durch Mehrfachbelastung bei einer Nebenbeschäftigung zum Haupterwerb

Auch wenn ein Arbeitgeber einer Nebenbeschäftigung zustimmt, muss der Arbeitnehmer mit starken zeitlichen Einschränkungen rechnen, wenn er eine selbständige Nebenbeschäftigung ausführt. Die Verpflichtung aus der Haupttätigkeit, dort ausgeruht und elanvoll zu erscheinen, trifft den Arbeitnehmer auch, wenn er mit seiner Nebentätigkeit bis tief in die Nacht beschäftigt war. Er braucht nicht zu dulden, dass ein Mitarbeiter müde und überfordert an seinem Arbeitsplatz erscheint. Das Gehalt bekommt der Arbeitgeber dafür, dass er seinen Arbeitsvertrag erfüllt und seine Leistung eine gute Qualität aufweist. Deshalb steht es dem Arbeitgeber auch zu, eine erteilte Genehmigung im Nachhinein zurückzunehmen, wenn er seine eigenen wirtschaftlichen Interessen gefährdet sieht. Möchte ein Arbeitnehmer keine unangenehmen Gespräche mit seinem Chef führen, helfen ihm eine gute Organisation und eine strenge Selbstdisziplin.

 

Dies ist auch der Fall, wenn die Hauptbeschäftigung die Familie und die Kinder sind. Diese verdienen es auch, dass die Mama präsent ist und niemanden vernachlässigt. Ich halte es so, dass ich in Anwesenheit der Kinder nicht (oder nur sehr selten) arbeite. Dafür stehe ich extra früh auf, arbeite während der Siesta oder wenn die Kinder im Kindergarten sind. Es kommt ab und zu vor, dass ich am Nachmittag einen Anruf tätigen muss, den ich nicht um 4 Uhr morgens erledigen kann.   

 

Der gesundheitliche Faktor

Unter der angesprochenen Mehrfachbelastung kann auch die Gesundheit Schaden nehmen. Deshalb sollte ein Arbeitnehmer mit selbständigem Nebenerwerb von sich aus darauf achten, dass er nicht zu viel arbeitet und nach Möglichkeit die gesetzlich verankerte Wochenarbeitszeit einhält.

 

Sonst läuft man schnell Gefahr, sich zu überfordern und die Balance zu verlieren. Die Folge sind Stresssymptome, die sich auf die Gesundheit auswirken können.  

 

Geringer Stundenlohn 

Ein letzter Nachteil ist der – im Vergleich mit der Hauptbeschäftigung – geringe Stundenlohn, der bei einer selbständigen Tätigkeit erwirtschaftet wird. Zeit für die Tätigkeit bleibt nach Feierabend und am Wochenende. Um bei diesen Voraussetzungen mehr Geld zu verdienen, ist eine straffe Organisation erforderlich.

Allerdings ist im Vergleich zum Mama-Lohn auch ein geringer Lohn ein guter Lohn. Und dabei wird auch das eigene Vertrauen gestärkt und das Bewusstsein, neben Familie und Kindererziehung einen selbständigen Nebenerwerb aufgebaut zu haben, verleiht Flügel.

 

 

Fazit

 

Wer sich mit einer nebenberuflichen Beschäftigung Geld dazu verdient, kann eine Reihe von Vorteilen in Anspruch nehmen. Auf der anderen Seite sind mit der Aufnahme der Tätigkeit auch einige Nachteile verbunden.

 

Es ist sehr befriedigend, wenn man ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickelt und bemerkt, dass andere Menschen Gefallen daran finden. Man kann seiner Kreativität die notwendige Freiheit geben und findet Anerkennung und Bestätigung. So führt das eigene Unternehmertum zu einer persönlichen Entfaltung.

 

Nachteilig ist sicher, dass das Verdiente versteuert werden muss und die Sozialversicherung Ansprüche erhebt. Weitaus eingreifender ist die Mehrfachbelastung, die mit der zusätzlichen Tätigkeit unvermeidbar ist. Diese besteht zum einen aus der Summe der Haupttätigkeit (ob Beruf oder Familie) und der Nebentätigkeit.

 

Schließlich muss auch einkalkuliert werden, dass man mit der nebenberuflichen Tätigkeit keine Reichtümer erwirtschaften wird. Gerade in der Anfangsphase, in der das eigene Unternehmen sich noch nicht etabliert hat, dürfte der Verdienst eher bescheiden ausfallen. Doch für denjenigen, der einer Vision folgt und der Beschäftigung eine Bestätigung für seine Kreativität findet, dürfte diese Tatsache eher nachrangig sein.

 

Ich von meiner Seite kann diesen Weg nur empfehlen.   




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