Coworking

Arbeiten im Coworking Space

 

Erfahrungen mit einer neuen Arbeitsweise als Teil der Sharing-Economy

 

Mit dem Laptop auf dem Schoss an einem Traumstand sitzen, zwischendurch ein wenig in der zwischen Palmen aufgespannten Hängematte schaukeln. So stellen sich viele das Leben von Digitalen Nomaden vor: Jobben, wo andere Urlaub machen – oder gerne machen würden. Doch die Realität sieht nicht selten anders aus: Schwülwarme Luft oder gar sengende Hitze, kein Strom für den Akku, kein WLAN oder sonst einen Internetanschluss. Und zwischen den Tasten knirscht der Sand.

 

Viele der digitalen Abenteurer mieten sich deshalb – selbst wenn sie ihrer Arbeit in exotischen Ländern nachgehen – gerne in sogenannte Coworking-Spaces ein, geteilte Arbeitsräume, die sich inzwischen auch an Orten ausserhalb von Europa und Nordamerika finden – wenn sich denn dort nur genug interessierte Kunden dafür herumtreiben. Denn im Zeitalter der Digitalisierung wächst die Community der Freelancer und ortsunabhängigen Arbeitnehmer unaufhaltsam. Insbesondere Mütter mit selbstständigem Nebenerwerb gehören zu einer stetig wachsenden Gruppe dieser Community.

Ermöglichten zunächst klobige Privatcomputer Arbeit vom Telearbeitsplatz im Homeoffice aus, ist es nicht zuletzt durch Smartphones und MacBooks heute möglich, von so gut wie jedem beliebigen Ort aus einer Vielzahl von Dienstleistungstätigkeiten nachzugehen.

 

So gibt es auch hierzulande vermehrt Angebote, die sich an Anhänger dieser Bewegung richten – wenn auch nicht am tropischen Palmenstrand. Im Coworking Steffisburg in der Alten Schmitte (https://www.coworking-steffisburg.ch/) zum Beispiel wurde ein ehemaliges Schuhgeschäft zu einem Ort zum Arbeiten, Schaffen und Erschaffen umfunktioniert. Höchste Zeit also, das Konzept einmal genauer zu betrachten!

 

 

Was genau ist ein Coworking-Space?

Coworking-Spaces sind Arbeitsstätten für ortsunabhängig berufstätige Menschen, die flexiblen Zugriff auf einen Arbeitsplatz benötigen. Hier arbeiten voneinander unabhängige Freelancer, Kleinunternehmer, aber auch Angestellte Seite an Seite.

 

Die Coworking-Spaces sind je nach Konzept mal mehr, mal weniger offen zugänglich. In der Regel ist es jedoch erforderlich, sich stunden- oder tageweise einzumieten. Dafür hat man dann nicht nur Zugriff auf einen Arbeitsplatz sondern kann häufig auch auf eine weitergehende Infrastruktur zurückgreifen. Es kann davon ausgegangen werden, dass immer Strom zum Aufladen von digitalen Arbeitsgeräten wie Notebooks, Smartphones und Tabletcomputern sowie eine stabile Internetverbindung (meist via WLAN) und ein Drucker zur Verfügung stehen.

Häufig findet sich angegliedert an den Coworking-Space eine Bar, ein Bistro (wie im Coworking Space in der Alten Schmitte, Steffisburg) oder sogar eine Kantine.

 

Was den gemieteten Arbeitsplatz selbst betrifft, so stehen oft verschiedene Angebote zur Verfügung, für die in aller Regel unterschiedliche Preise zu zahlen sind. Obligatorisch sind einfache Plätze in einem Raum, der entfernt an ein Grossraumbüro erinnert. Da Coworking-Spaces jedoch häufig recht «hip» gestaltet sind, kann es sich bei diesem durchaus um einen rustikalen, offenen Raum wie beispielsweise das Loft eines ehemaligen Fabrikgebäudes handeln, wo die Arbeitenden möglicherweise nebeneinander an langen tafelartigen Tischen sitzen.

 

Manchmal können nach Bedarf auch Konferenzräume für Präsentationen oder Einzelbüros für wichtige Kundentermine gemietet werden. Bei den Einzelbüros einiger Coworking-Spaces handelt es sich um winzige Glaskästen. Teilweise gibt es auch derartige Mini-Besprechungszimmer oder telefonzellenartige Rückzugsräume zum Telefonieren. Auch punkten einige Anbieter mit einem Frontoffice. Mitarbeiter des Coworking-Space nehmen hier beispielsweise Ihre Post entgegen oder Ihre Kunden in Empfang.

 

 

Für wen eignen sich Coworking-Spaces?

Coworking-Spaces sind die passende Anlaufstelle für alle Berufstätigen, die generell ortsunabhängig arbeiten oder schlicht vorübergehend keine eigenen Büroräume zur Verfügung haben. Sei es, weil sie als Digitale Nomaden für einen längeren Zeitraum fernab der Heimat unterwegs sind oder weil sie zum Beispiel als Gründer eines noch jungen Startups noch keine eigenen Geschäftsräume anmieten können oder wollen. Generell kommen in Coworking-Spaces vor allem jene Berufsgruppen zusammen, die für ihre Arbeit nicht mehr als ein Notebook mit Internetanschluss und gegebenenfalls eine Telefon- oder Mobilfunkverbindung benötigen.

 

Auch als Mom-Preneur, die den Spagat zwischen mütterlicher Betreuung der eigenen Kinder und dem Dasein als Unternehmerin wagt, kann es sinnvoll sein, das Homeoffice zu verlassen. Ein Coworking-Space bietet weniger Ablenkung als die private Wohnung und schafft eine klare Trennung zwischen Erwerbs- und Hausarbeit.

Wenn immer eine etwas weniger beliebte Aufgabe ansteht habe ich z.B. das unbändige Verlangen, meinen Haushalt zu staubsaugen oder ‚mal schnell eben’ die Wäsche zu waschen. Dies ist ein Verhalten, das viele der mir bekannten Mom-Preneurs kennen. 

 

Auch wer im Homeoffice den Austausch mit Kollegen vermisst, kann vielleicht stattdessen im Coworking-Space glücklich werden. Denn viele Coworking-Spaces haben eine starke Community, von der auch unabhängig voneinander Tätige profitieren können. Ein Coworking-Space fördert durch die Nähe zu Gleichgesinnten auch die Zusammenarbeit als Freelancer. Selbst wenn jeder im Haus letztlich an seinen eigenen Projekten arbeitet, stellt sich so mitunter ein Zusammengehörigkeitsgefühl wie unter Arbeitskollegen eines einzigen Betriebs ein. An der Kaffeebar oder in der Mittagspause kommt man mit anderen ins Gespräch und bespricht plötzlich zusammen den nervigen Programmierfehler oder die Probleme bei der Kundenakquise, die nur schleppend vorangeht. Man gibt einander Tipps und hilft unkompliziert aus der Phantasie-Wüste heraus.

Und wer weiss, ob der Sitznachbar von heute nicht der Geschäftspartner von morgen ist?

 

 

Was sind die Nachteile von Coworking-Spaces?

Nachdem im vorangegangenen Abschnitt viele Vorteile von Coworking-Spaces herausgestellt wurden, müssen an dieser Stelle auch die Nachteile einmal beleuchtet werden.

 

Zunächst liegt es auf der Hand, dass das Einmieten in einen Coworking-Space Kosten verursacht. Wenn auch weitaus weniger als eigene Büroräume, deren Miete auch dann bezahlt werden muss, wenn die Räumlichkeiten gerade nicht genutzt werden, wenn man auf Geschäftsreise sind, sich im Urlaub befindet, den freien Tag geniesst oder einen Zahnarzttermin wahrnimmt.

 

Ein weiterer Nachteil kann es sein, dass man bei der Geräuschkulisse eines Coworking-Spaces unter Umständen keine Ruhe für Aufgaben findet, die viel Konzentration erfordern. Sofern es keine speziellen, dafür vorgesehenen Rückzugsmöglichkeiten gibt, kann es abhängig von der Lautstärke im Raum auch unmöglich sein, wichtige Telefonate mit Kunden oder Kollegen zu führen. Hier können häufig Noise-cancelling Kopfhörer helfen. Diese aktiven Kopfhörer ermöglichen ein Stück weit, sich von der Umgebung «abzukapseln», in dem sie wirkungsvoll lästige Umgebungsgeräusche ausblenden.

 

Manch einem wird es auch schwerfallen, am Abend alle Arbeitsutensilien samt Unterlagen und Notizen wieder mit nach Hause zu nehmen. Schliesslich hat man in Coworking-Spaces selten einen festen Arbeitsplatz, an dem man sich für mehr als einen Tag nach Lust und Laune ausbreiten kann. Ich empfinde dies jedoch als hilfreich, denn es zwingt mich zur Ordnung und hilft, mein Arbeitssystem schlank zu halten.

 

Bei allen Nachteilen überwiegen allerdings für mich und viele Freelancer die Vorteile vom Coworking-Space. Sie haben sich schon längst als Arbeitsstätte einer neuen, emanzipierten Generation von selbstbewussten ArbeitnehmerInnen und zielstrebigen Selbstständigen etabliert, deren Angehörige sich nicht mehr vorschreiben lassen, zu welcher Zeit und an welchem Ort sie ihre Arbeit zu verrichten haben.

Möchtest Du dazu gehören? Probiere es doch auch einfach mal aus und miete Dir für einen Tag einen solchen zukunftsweisenden Arbeitsplatz, z.B. in der Alten Schmitte Steffisburg. Vielleicht gefällt es Dir?

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